Eine Woche voller Erfahrungen

  Bei strömendem Regen nahmen wir in Thun 62 junge, motivierte Teilnehmer aus 21 Nationen in Empfang. Das Wetter zeigte sich entgegen vieler schlechter Prognosen gnädig. So hatten wir beim ersten Tag auf dem Niederhorn beim Wandern und Trotinett fahren sogar sonnige Abschnitte. Beim Mittagessen genossen wir das Cervelat-Bräteln beim grossen Lagerfeuer, zusammen mit den feinen Huttwiler-Brötchen ein tolles Essen in freier Natur. Mit unserem grossen Car reisten wir am Montag ins Freilichtmuseum Ballenberg, wo uns auf einer Führung die Schweizer Kultur nähergebracht wurde. Auch unsere Präsidentin Silvia Baumann ist mit ihrem Mann angereist und hat die Teilnehmer im Namen der IG-Zöliakie der deutschen Schweiz begrüsst. Für das Mittagessen hat uns das Ballenberg-Restaurant feine Pastinella-Frischpasta zubereitet – sogar die italienischen Teilnehmer mussten zugeben, dass auch die Schweiz sehr gute Pasta herstellen kann. Anschliessend blieb Zeit sich am Thunersee oder in Interlaken zu verweilen. Wie jeden Abend wurde zurück im Lagerhaus die Bar geöffnet, die Discomusik bis spät in die Nacht aufgedreht und wie selbstverständlich glutenfreies Bier an der Bar bestellt. Der reichhaltige „Buurezmorge“ am Dienstagmorgen mit Zopf, Laugebrötli und feinen Kuchen gab uns Kraft und Energie für den Foxtrail der in Bern anstand. In kleineren Gruppen verfolgten wir den frechen Fuchs und lernten dabei unsere Hauptstadt kennen. Auf der Rückfahrt haben wir aufgrund der schlechten Wetterankündigung für den nächsten Tag entschieden die Programme vom Mittwoch und Donnerstag auszutauschen - der Organisationsmarathon begann. Dank der Flexibilität aller Beteiligten war es möglich das Lagerhighlight, den Besuch auf dem Jungfraujoch, auf Donnerstag zu verschieben. Abends veranstalteten wir einen Schär-Wrap-Abend. Alle Teilnehmer banden sich die Schürzen um und belegten Ihre Wraps mit den unterschiedlichsten Zutaten, die auf den Tischen bereitstanden. Eine wunderbare Erfahrung, hat man doch meistens zu Hause nicht so viele Zutaten und Freunde dabei, um so eine tolle „Essensparty“ zu machen. Am Mittwoch reisten wir nun gemäss Planänderung nach Frienisberg, wo wir den Chutzenturm mit 234 Treppenstufen bestiegen. Leider wartete oben der dicke Nebel auf uns. Das konnte unserer Laune aber nichts antun, da das Mittagessen im Tea Room der Bäckerei Zingg in Uettligen geplant war. Das Buffet mit unterschiedlichsten belegten Broten, Fleischrollen, Nussstangen und diversen Kuchen sah herrlich aus und unsere Teilnehmer stürmten das Buffet, als hätte es die ganze Woche nichts zu essen gegeben. Auf dem Heimweg stiegen einige kurz vor unserem Lagerhaus in Schwanden bei Sigriswil aus, um über die 380m lange Panoramabrücke zu gehen und die Höhe von 180m zu überwinden. Am Abend wurde dann langsam die Abreise nach Schaffhausen vorbereitet und ein letztes Mal ein Drink von der Bar getrunken. An diversen Tischen wurde Jungle Speed, das auserkorene Lagerspiel, gespielt. Früh am Donnerstagmorgen begann das grosse Packen und Verladen. Alle halfen mit, so dass wir pünktlich in Richtung Grindelwald abfahren konnten. Ab da nahmen wir voller Vorfreude den Zug in Richtung Jungfraujoch, dem höchsten Bahnhof Europas auf 3‘454 Meter über Meer. Bei blauem Himmel, Sonnenschein und Schnee genossen wir die eindrückliche Bergwelt mit der traumhaften Aussicht. Dieser Tag war nur möglich, dank der tatkräftigen Unterstützung unseres Hauptsponsors Schär und einem grossen Entgegenkommen der Jungfraubahnen. Ein Mittagessen im Schnee hatten die meisten Teilnehmer noch nie erlebt und packten mit viel Freude die mitgebrachten Chiabatta-Sandwiches, Disco Cioks, Crackers und vieles mehr aus. Mitgekommen war auch der Profi-Fotograf Arnautovic Izedin (izedin.ch-Fotografie), der uns im besten Licht erwischte und so viele bleibende Erinnerungen festhalten konnte. Die 2.5 stündige Busfahrt von Grindelwald direkt nach Schaffhausen, unserem zweiten Lagerort, verging schnell mit den Erlebnisberichten und dem Anschauen der Schnee-Fotos vom Tag, Fremdsprachen lernen (Finnisch war der Favorit – kann jemand folgendes aussprechen: ksylitolipurukumi?) oder schlafen. Bei einem Kaisersemmel-Burger und Pommes Frites in der Jugi von Schaffhausen, liessen wir diesen unglaublichen Tag ausklingen. Am Freitagmorgen war kein fixes Programm vorgesehen, trotzdem trafen sich die meisten morgens, um gemeinsam in Richtung Rheinfall zu spazieren. Am Nachmittag massen sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen an der Mini-Olympiade, wo nochmals Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und Teamverhalten gefordert waren. Ab 18:00 Uhr starteten wir unsere eigene Erst-August-Feier. Für diesen Tag waren alle Teilnehmer mit einem roten Kleidungsstück gekleidet, Girlanden und rote Luftballons zierten den Vorplatz der Jugi. Bei Raclette, Bündner Nusstorte und Marroni-Kuchen des Meier-Becks aus Sta. Maria und einem guten Glas Wein feierten wir den Nationalfeiertag der Schweiz. Nach dem Essen wurden noch die Sieger verkündet: zum einen für die Mini-Olympiade, zum anderen für die Schär-Photo Challenge, in der in Gruppen während der gesamten Woche kreative Fotos des Lagers und der Umgebung mit Schärprodukten gemacht wurden. Die anfänglich traditionelle Musik änderten wir bald einmal zu moderner Tanzmusik, bei der wir dann bis in die frühen Morgenstunden getanzt und geredet und so den letzten gemeinsamen Abend genossen haben. Nach einer kurzen Nacht hiess es dann Abschied nehmen. Doch bevor wir die Teilnehmer ziehen liessen, durften alle die übrig gebliebenen Produkte und Esswaren einpacken. Dank den grosszügigen Spenden unserer Sponsoren hatte es für alle mehr als genug, so dass sich jeder einzelne bei einem Brötchen oder Müesli zu Hause noch lange ans Lager erinnern kann. Die Teilnehmer gaben vor allem denjenigen den Vortritt, die in ihren Ländern kaum an eine solche Vielfalt von glutenfreien Produkten herankommen wie bspw. jenen aus Pakistan oder der Ukraine. An dieser Stelle möchten wir nochmals allen, die uns unterstützt haben, ein grosses Dankeschön aussprechen. Besonders zu erwähnen sind unsere Tagessponsoren Schär, HPO (Management Consultants for High Performance Organisations), Huttwiler glutenfree sowie die IG Zöliakie der Deutschen Schweiz, ohne die wir dieses abwechslungsreiche Programm und die grosse Essensvielfalt nicht hätten bieten können. Weiter möchten wir unser Küchenteam hervorheben, allen voran die Küchenleitung mit Livia und Timo, die uns über die gesamte Woche mit den leckersten Mahlzeiten verwöhnt haben. Merci vielmal! Das Lager war aus unserer Sicht ein voller Erfolg und wir haben viele positive Rückmeldungen von den Teilnehmern erhalten. Viele schöne Freundschaften wurden geschlossen und oft hat man gehört: „See you next year in Malta“, wo das nächstjährige CYE Summercamp stattfinden wird.